Über all die Jahre kamen wir immer wieder nach Lüscherz geflogen und die letzten Male erreichte uns sogar eine Brieftaube von Herrn Lukas von Rothegg, Obmann des Sagitta Draco, mit einem Schreiben, dass wir, wenn wir es denn so wollen, auch ein Teil der Lagerei von Lüscherz sein dürften.
Ich glaube, ich brauche niemandem erklären, dass mein Herz einen kleinen Freudenhüpfer getan hat, als ich dies lass. Nur leider erreichte mich diese Brieftaube in den letzten Jahren immer zu spät und unsere Anwesenheit wurde stets an anderer Stelle erwartet und gebraucht. Doch dieses Jahr sollte unser Jahr sein.
Das Jahr unter Drachen, Raben, Wölfen & Rittern.
Das Jahr in Lüscherz.
Zudem freuten wir uns noch mehr, als wir feststellen konnten, dass wir in Lüscherz sogar fast vollständig sein würden. Unsere Raben aus DE kamen geflogen und selbst Haldor nebst seiner Gefährtin Leonie nahmen den weiten Weg ebenfalls auf sich – und zack standen mal so eben fünf Zelte unter dem Banner der Schwarzen Raben in Lüscherz. Was könnte also einen Jarl wie mich dann noch mehr zum Strahlen bringen?
Aber seht selbst…..

Natürlich, und wie so oft, wenn die Schwarzen Raben auf eine Lagerei fahren, sollte uns Thor mit Regen beglücken. Doch mittlerweile schreckt uns das alte Raben nicht mehr ab und unsere Laune war dies bezüglich gut und voller Vorfreude auf das was noch kommen sollte. Mit unseren stählernern Rössern ritten wir nun von dannen Richtung Bern / Biel nach Lüscherz, um dort auf unseren Sippenbruder Alrik zu stossen, der uns dann tatkräftig beim Aufbau half.
Unsere Raben Haldor und Sif kamen dann noch später dazu geflogen.
Nach dem wir unser Nest aufgeschlagen hatten, atmete ich kurz durch und liess meinen Blick einmal über den Lagerplatz schweifen. Und dass ich so viele bekannte Seelen erblicken durfte, liess mich, meine Entscheidung nach Lüscherz zu fliegen, nicht bereuen.
Sagitta Draco
Schwarze Raben
Midgard Ulf Kjeden
Mittelalterliches Heerlager Schweiz – Weisse Wölfe
Haus Wilchingen
Haus Ottenbach
Haus Thyria
Sie alle gaben wieder alles, um Lüscherz ein weiteres Mal in eine andere Zeit zu katapultieren. Ohne Stress. Ohne Hast. Ohne Druck. Einfach nur die Seele baumeln lassen und das in Lüscherz – Unter Drachen, Raben, Wölfen & Rittern.








Doch nebst den ganzen lieben Seelen gibt es immer die eine wichtige Frage: «Was gibt es zu Essen?»
Und diese sollte auch beantwortet werden. Eyra von Midgard Ulf Kjeden, sowie Bruder Philibert, waldenser Mönch von Sagitta Draco übernahmen das Kommando der Feldküche und mit eifriger Hilfe von Bömbur, Solveigh & Sami wurden wir die Tage rundum mit allem versogt, was es zum Leben braucht. Besonders der Kaffee floss in Strömen aus den Kannen heraus in unsere Tonbecher.
Egal ob es die Frühstücksplatten am Morgen waren, die mit einer Hingabe angerichtet wurden, oder ob es das Abendmahl gewesen war – unsere Bäuche waren gefüllt. Selbst das leidliche Thema » Der Abwasch» wurde zu keinem Streitpunkt in diesen Tagen. So sagte auch ich mir – selbst als Jarl – eine Hand wäscht die andere. So stand ich dann nun da und wusch das Geschirr und Besteck für rund vierzig Seelen am Abend ab. Auch eine Erfahrung, die ich und meine Hände so schnell nicht mehr vergessen werden.
Aber so ist das nun einmal wenn man unter Drachen, Raben, Wölfen & Rittern speisst und lebt.





So verstrich der erste Abend wie im Flug und wir konnten uns nach einem guten Schluck «Kaffee-Lutz» in unsere warmen Betten legen. Obwohl ich sagen muss, ich glaube ich hatte wieder einmal mehr «Lutz» als «Kaffee» in meinem Becher. Was zu der Belustigung von Hauptmann Uwe von den Weissen Wölfen beitrugt. Der alte Haudegen, der den Schalk im Nacken trägt.
Am nächsten Tag stand dann auch das interne Bogentunier, sowie das Tonschneiden an. Der Herr von Thyria als auch Sagitta Draco richteten diese Disziplinen aus und werteten diese. Als erstes versuchten wir uns beim Tonschneiden zu bewähren. Was auch eigentlich recht gut geklappt hat. Bijon und ich konnten sogar den 1. und 3. Platz für die Schwarzen Raben ergattern. Der 2. Platz gebührte unserem Freund Bömbur von Midgard Ulf Kjeden, der seinen Rang sogar mit der Einhandaxt für sich gewinnen konnte.








Dann gingen wir über zum Bogenschiessen. Und wie es sich für Sagitta Draco & Friends gehörte, flogen die Pfeile nur so durch die Luft. Bei wunderbarem Wetter gaben die Schützen wieder alles. Die Sehnen wurden gespannt, die Pfeile angeknocked und das sogenannte «Fick-Auge», wenn ich meinen Freund Borgar von Midgard Ulf Kjeden zitieren darf, wurde mehr als nur von dem ein oder anderen Schützen verwendet.
Manch einer gönnte sich sogar eine kleine «Verschnaufspaue» in den Runden dazwischen. Wie man bei Herrn Romanus von Sankt Jakob gut sehen konnte.
Selbest der Nachwuchs von Hauptmann Uwe wich seinem Vater nicht von der Seite und reichte ihm mit voller Inbrunst einen Pfeil nach dem anderen. Hoffen wir, dass diese Begeisterung bei diesem jungen Wolf in den kommenden Jahren nicht verloren geht.
Die ersten drei Ränge konnten dann von dem Freiherrn Stefan zu Wilchingen, Herrn Lukas von Rothegg, Obmann des Sagitta Draco & Herrn Romanus von Sankt Jakob in Haus ergattert werden. Wir gratulieren ihnen von Herzen für diese Leistung.












Am darauffolgenden Tag hiess es dann schwitzen was das Zeug hält. Das Haus Thyria und Sagitta Draco riefen zum Tunier in den Disziplinen: Schwert & Schild sowie Langschwert auf.
Den Kämpfern wurde die Wahl der Rüstungen selbst überlassen. So standen Kämpfer in sogenannter «Vollplatte» auf dem Feld, als auch in leichter Rüstung mit der sogenannten «Kette».
Für Haldor & mich eine weitere Chance, als Neulinge in diesem Sport, weitere Eindrücke und Praxiserfahrung zu sammeln. Sportliches Verhalten zu intensivieren und in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Damit möchte ich mich hiermit auch noch einmal bei allen Teilnehmer, Marshalls und Supportern im Namen der Schwarzen Raben bedanken, dass ihr dies habt möglich werden lassen.
Ausserdem durfte ich nun endlich gegen den Freiherrn Stefan zu Wilchingen antreten und mit ihm die Schwerter kreuzen. Darauf haben wir beide schon lange gewartet und ich kann behaupten, wir hatten einen wunderbaren ersten Zweikampf. Ich hoffe das hier noch viele weitere folgen werden.
Am Ende des Tages konnten sich dann folgende Kämpfer die ersten Ränge in der Disziplin «Schwert & Schild» verdienen:
Den ersten Platz machte Hauptmann Uwe – von den Weissen Wölfen
Den zweiten Platz machte der Freiherr Stefan zu Wilchingen
und den dritten Platz holte sich der Herr von Thyria nach Hause







In der Disziplin «Langschwert» konnten sich folgende Kämpfer die ersten drei Ränge verdienen:
Den erste Platz holte sich der Freiherr Stefan zu Wilchingen nach Hause
der zweite Platz ging an Herr Romanus von Sankt Jakob in Haus
und der dritte Platz ging zu Gunsten von Hauptmann Uwe – von den Weissen Wölfen

Zu guter Letzt möchte ich noch einmal etwas aufgreifen, bevor ich es vergesse.
In den letzten Jahren wurde es zu gutem Ton, dass sich die Häuser und Sippen der schweizer Mittelalterszene, sich ihre Wappen, in Form von Broschen und Belt-Bannern, überreichen.
Als Zeichen der Verbundenheit. Als Zeichen der Freundschaft, aber auch als Zeichen der Solidarität. Für Aussenstehende wird so ein Gegenstand wahrscheinlich einfach nur ein kleines wertloses Schmückstück darstellen, doch für uns sind sie mehr.
Unsere Broschen spiegeln uns wieder. Unsere Werte, unsere Art miteinander zu kommunizieren, unser Sinn für das Sein, im hier und jetzt. Unsere Broschen spiegeln unsere Stärken wieder, wie auch unsere Schwächen.
Die Broschen können nur existieren weil es uns gibt. Weil es Menschen hier auf Midgard gibt, die ihnen – den Broschen – erst Leben einhauchen.
Seit diesem Jahr tragen wir auch unsere Brosche und wir durften auch schon dem ein oder anderen unsere «Blaue Brosche» überreichen. Darum waren wir auch sehr überrascht und vor allem aber sehr emotional berührt, als wir nach nun mehr als 7 Jahren die Brosche von Midgard Ulf Kjeden in den Händen halten und diese als Zeichen der Freundschaft tragen dürfen.
Die schwarzen Raben wünschen euch für das hier und jetzt und vor allem für die Zukunft nur das Beste. Mögen die Götter stets über euch wachen.
Vielen Dank – Kalle Michalson & Runa Hjorstdottir


