Nun, wenn mich heute einer fragen würde «Und? Wie war Bassersdorf?», dann würde ich ihm antworten: «Einfach nur geil!» Und jeder, der sich in der schweizer Mittelalterszene bewegt oder auch ein Teil davon ist, wüsste jetzt was ich damit meine und könnte nun aufhören zu lesen.
Aber dieser Bericht soll natürlich nicht nur für die Szene, die Lagergruppen, die Handwerker und die Mittelaltergilde zu Basselstorff selbst sein, sondern auch für die «Normis» und soll ihnen einen kleinen Blick hinter die Kulissen bieten.
2023 feierten wir nicht nur unser Marktdebut, sondern auch unseren Einstand auf dem Mittelaltermarkt zu Bassersdorf. Das erste Mal nach unserer Reformierung im Frühjahr 2023 wehte das Orange/Blaue Banner der Schwarzen Raben im Wind. Leider stand der Mittelaltermarkt 2023 unter keinem so guten Stern und der Donnergott Thor meinte es mit uns auch nicht gerade gut. Wind und Wetter, andauernder Regen und Schlamm soweit das Auge reichte, versuchten uns die gute Laune zu nehmen. Aber sie schafften es nicht.
Darum war für uns auch klar – wir kommen wieder geflogen – wenn die Mittelaltergilde uns ruft. Und sie riefen uns. Wie auch schon vor zwei Jahren baten sie uns die Seelen und Eindrücke des Marktes mit unseren Seelenfängern einzufangen und das taten wir dann auch.


Doch dieses Mal waren wir nicht allein. Neben unserer Sippenwache – Haldor Alexanderson – gab uns auch das Haus Thyria die Ehre, sowie die Knappin Leonie vom Hause Buchsgau, als Gäste bei uns mitzulagern. Genauso wie uns die Ehre zu Teil wurde Jarl Ulrik von Korppien Vaellus beherrbergen zu dürfen, der den fahrenden Händlern, «Schwarze Segel», tatkräftig unter die Arme griff.
Leider musste wir auf der Zielgeraden auf einige unserer Raben verzichten. Bijon, nebst seiner Gemahlin und unsere Nanna blieben im heimischen Nest und schauten nur aus der Ferne, auf unser Lager herab. Auch unsere Raben Sif & Alrik flogen davon. Weit in den Südosten und besetzten für eine kurze Zeit eine Insel auf den Malediven.

Im Regen bauten wir also auf, aber tranken das erste Bier bei klarem Himmel und einem knisternden Feuer. Der Rabe war gelandet. Die Zelte standen, die Rüstungen funkelten im Sonnenlicht und das Feuer brannte heiss. Die Lagerei konnte beginnen.
– Und ich wusste, das war die Rückkehr von Orange und Blau –









Das Wetter spielte also mit und der Markt konnte beginnen. Doch was macht man(n) auf so einem Markt? Gut, für die Lagergruppen hiess es arbeiten. Wasser holen, Wasser kochen, Holz tragen und klein schlagen, das Feuer entfachen, das Feuer halten, Nahrung zubereiten. Das Lager präsentierbar machen und halten und noch vieles mehr. Aber für den «Normi» hiess es staunen, anfassen, fragen, lachen und feiern.
Bitte versteht mich jetzt nicht falsch, wenn ich von «Normis» spreche, ich möchte keinesfalls irgendeinen beleidigen oder zu nahetreten, aber ich denke, wenn man so etwas wie wir macht und lebt, dann kann man nicht «normal» sein. Dann hat man ’ne Ecke ab.
Aber zurück zum Marktgeschehen.




Der Marktbesucher flanierte also als erstes durch das Unterdorf bis hin zum Oberdorf, um dann durch das Hinterdorf zu den Heerlagern zu gelangen. Dort fanden auch die Schaukämpfe und die Schnitttests statt, welche von uns – den Schwarzen Raben – Ulferhrafnagudt – dem Mittelalterverein Birchwil und dem Spadone Project – veranstaltet und demonstriert wurden.


Und was könnten Kinderaugen mehr zum leuchten bringen als klirrender Stahl, der in der Sonne funkelt oder Schilde, die brechend aufeinander geschlagen werden. Rasiermesserscharfe Klingen, die Bambusmatten zertrennten als wären sie nur aus Papier. Also wen das nicht mehr begeistert – dem kann ich dann auch nicht mehr helfen.
So liefen die Kämpfer einmal durch den Markt, damit die Besucher nicht nur die Rüstungen begutachten konnten, sondern auch wussten, wer hier gleich aufeinander treffen würde.
Haldor Alexanderson stellte sich Sir Thyria entgegen, zollte dem Ritter aus Leidenschaft seinen Tribut und erlangte so seine ersten Kampferfahrungen.
Und als ich nach all den Jahren meine Sippenwache nun endlich in unseren Farben kämpfen sah, da wusste ich:
– das war die Rückkehr von Orange und Blau –





Aber auch die Wölfe von Ulferhrafnagudt liessen es ordenlich krachen. Mit Eifer in den Augen und standhaftem Willen traten sie gegeneinander an und zeigten den «Normis» aus welchem Holz sie geschnitzt waren.
Auch den sogenannten «Schildwall» demonstrierten sie den Marktbesuchern und liessen sogar dem ein oder anderen die Chance sich seinen Platz in Walhalla zu verdienen.
Und die Freude stand den Herausforderern sichtlich ins Gesicht geschrieben.
Und wollt ihr es vielleicht einmal selbst versuchen? Den Schildwall zu durchbrechen? Dann meldet euch doch am besten über Instangram bei dem Rudel – sie werden euch sicher die Chance gewehren oder ihr nehmt das Schwert und den Schild selbst in die Hand.
https://www.instagram.com/ulfrhrafnagudt?igsh=djhndzhicGdiamZ0





Nachdem die Wölfe von Ulferhrafnagudt und wir uns deftig auf’s Maul gegeben hatten, trat dann der Mittelalterverein Birchwil und das Spadone Project aufs Feld. Sie präsentierten nicht nur die Waffen des Schwert-/Klingenschmieds Cyrill Hamm, sondern demonstrierten auch eindrücklich ihre Schärfe.
Während es bei den Schaukämpfern noch hart zur Sache ging und das Klirren und Hämmern von Metal zu hören war, flogen die Klingen vom Spontane Project nun fast lautlos durch die Luft, um dem Bambus den Garaus zumachen.
Also stellten wir unsere Seelenfänger dementsprechend ein, damit wir auch mit der Geschwindigkeit der Schwertkämpfer mithalten konnten. Und wenn ihr euch für das HEMA oder die Schwertkunst interessiert, könnt ihr euch doch einfach mal bei dem Mittelaltervein Birchwil melden – sie würden sich sicher freuen.
https://www.instagram.com/mittelalterverein_birchwil/




Doch was wäre ein Mittelaltermarkt ohne Handwerk, Gaukelei und Minnegesang? Richtig! Nicht dasselbe. Darum sorgte die Mittelaltergilde zu Basselstorff dafür, dass die «Normis» auch hier nicht zu kurz kamen.
Egal ob es die Nordmannssippe Ungandir, die Gullinborsti’s, der Northman Clan, die Tausendsassa’s Zu Fürstenland, die Kneterey, der Märlin, die Magierin, die Streuner, die D’Ratatöskr, Thoman der Brettchenweber, oder Mulfgar Markusson mit seiner Drechslerei gewesen waren – sie alle waren massgeblich dafür verantwortlich, dass der Mittelaltermarkt zu Basserdorf ein voller Erfolg war. Von den Marktfahrern mal ganz abgesehen.




















Zum Schluss möchte ich mich im Namen der Schwarzen Raben noch einmal bei dem OK der Mittelaltergilde zu Basselstorff, und vor allem bei Helmi und dem DrachenSpan bedanken, dass wir ein weiteres Mal ein Teil von ihrem Mittelaltermarkt sein durften und freuen uns darauf wenn es wieder heisst:
– die Rückkehr von Orange und Blau –
Mögen die Götter mit euch sein und euch auf euren Wegen stets begleiten – bis zum nächsen Mal
Kalle Michalson – Jarl der Schwarzen Raben


